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Downsizing? Für Karl-Otto Noelle fast schon ein alter Hut. 360 PS und 520 Nm aus einem Reihensechszylinder mit Biturboaufladung schuf der Motorenexperte bereits im Jahr 1989 – mit dem legendären Alpina B10 im Gewand des Fünfer-BMW (E34), der damals schnellsten Limousine der Welt, von der über 500 Exemplare entstanden. „Die V8-Saugmotoren in der Serie brauchten deutlich mehr Benzin und leisteten seinerzeit im Durchschnitt weniger als 300 PS“ erinnert sich der damalige Alpina-Motorenchef, ein Umstand, den Noelle mit dem Schritt in die Selbständigkeit 1993 änderte.

Zunächst verpasste der frühere Pierburg-Entwickler den BMW-Achtzylindermotoren mehr Hubraum, am erfolgreichsten verkaufte sich die 5.0 Liter-Version des ursprünglichen 4.4 Liter V8 mit einer Leistung von 380 PS (Serie 286 PS), die im 540i, 740i und X5 eingesetzt wurde. Davon blieben auch die Reihensechszylinder im 325i, 525i und Z1 nicht verschont, die Noelle mit einer 3.0 Liter-Variante bedachte: „Mein erstes Dreiliterauto“, wie er heute schmunzelnd bemerkt. Klassisches Motortuning in Reinkultur.

Doch ließ sich die enorme Mehrleistung dieser Motoren, die auch über spezielle Kolben und Nockenwellen verfügten, nur über eine technisch höchst anspruchsvolle Anpassung der Digitalen Motor-Elektronik (DME) abrufen: Als einer der Pioniere auf dem Gebiet der Kennfeld-Optimierung entdeckte Karl-Otto Noelle sehr früh das Potenzial, das diese Form der Leistungssteigerung auch bei Serienmotoren freisetzten konnte. Das heutige „Chip-Tuning“ war geboren – und führte ihn alsbald zu den BMW Dieselmotoren. Für Furore sorgte denn auch der erste in einem Fachmagazin veröffentlichte Test eines von Noelle per Kennfeld-Optimierung der Original-Motorelektronik leistungsgesteigerten BMW 325 tds: Der „Geölte Blitz“ (Titel) bot bei einem kaum messbaren Mehrverbrauch von nur 0,1 Liter/100 km sportwagenähnliche Fahrleistungen und übertrumpfte einen 328i bei den Elastizitätswerten deutlich.

Mit besonderer Leidenschaft widmete sich der Motorenspezialist schon immer den BMW M-Derivaten: Für den letzten M3 mit Hochdrehzahl-V8 entwickelte Karl-Otto Noelle ein 5.0 Liter-Kraftwerk mit 500 PS, für den Zehnzylinder in M5 und M6 eine 650 PS starke 6.0 Liter-Tuningvariante.

Die aktuelle Motorenplatte von BMW lässt das Herz des ausgewiesenen Turbo-Liebhabers Noelle höher schlagen, wenn auch „der technische Aufwand für die Kennfeld-Optimierung der Benzin- und Dieselmotoren heute extrem ist und sehr viel Erfahrung und Know-How erfordert“, wie Karl-Otto Noelle betont. Denn schließlich muss das „Mehr“ an Fahrspaß, Individualität und Emotion mit uneingeschränkter Alltagstauglichkeit, Zuverlässigkeit und, insbesondere beim den Diesel-Tuning, vorbildlicher Effizienz einhergehen.

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